Legionellenbefall – das müssen Sie nach der TrinkwV 2001/2012 beachten

Legionellen sind natürlich vorkommende stabförmige Bakterien, die sich bei Wassertemperaturen zwischen 25° und 55° Celsius rasant vermehren und über Wasserdampf z. B. beim Duschen eingeatmet werden können. Deutschlandweit erkranken jährlich bis zu 30.000 Menschen an einer Legionelleninfektion, die bei ca. 15 % der Fälle tödlich verläuft.

Das Ergebnis der orientierende Untersuchung Ihrer Trinkwasseranlage weist eine Überschreitung des technischen Maßnahmewertes für Legionellen von 100 KBE/100 ml aus und ist somit als gesundheitsgefährdend für die Nutzer eingestuft. Sie als Betreiber einer kontaminierten Trinkwasseranlage sind nach § 16 Absatz 7 TrinkwV 2001/2012 verpflichtet unverzüglich und unaufgefordert folgende Maßnahmen einzuleiten:
 

  • Untersuchungen zur Aufklärung der Ursache inkl. Ortsbesichtigung und Prüfung auf Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik (a.a.R.d.T.)
  • Eine Gefährdungsanalyse erstellen oder erstellen lassen
  • Einleitung von Sofortmaßnahmen zum Schutz der Gesundheit der Verbraucher
  • Unterrichtung des Gesundheitsamtes über die ergriffenen Maßnahmen
  • Information der Verbraucher über das Ergebnis der Gefährdungsanalyse und möglicher Einschränkungen der Verwendung des Trinkwassers


Je nach Höhe der festgestellten Kontamination mit Legionellen sind nach DVGW W 551 definierte Maßnahmen durchzuführen und Fristen einzuhalten:

 

1 Zum Beispiel thermische/chemische Desinfektion, Temperaturkorrektur, ggfls. Duschverbot, Einbau von Duschfiltern

2 Dazu sind neben den Probestellen der orientierenden Untersuchung auch an einzelnen Stockwerksleitungen, Leitungsteilen, die stagnierendes Wasser führen, Entlüftungsleitungen bei Sammelsicherungen, Entleerungsleitungen, selten benutzten Entnahmestellen, Membranausdehnungsgefäßen, etc. zusätzliche Proben zu entnehmen. Hinzu kommen bei entsprechender Auffälligkeit auch Proben im Bereich Trinkwasser-Kalt.

3 Nachhaltige Temperaturoptimierung, Entfernung von Totleitungen, hydraulischer Abgleich, Isolierungen verbessern/ herstellen, Rückbau von ungenutzten oder selten genutzten Entnahmestellen, Erstellung von Spülplänen, „nasse“ Löschwasserleitungen trennen, Leitungen sanieren, Einhaltung der a.a.R.d.T., usw.


Bei einer Trinkwasserbelastung (hier Legionellen) führen unterschiedliche Begleitumstände ggf. zu einer differenzierten Vorgehensweise. Daher kommt es auch vor, dass Maßnahmen, Folgeuntersuchungen und Intervallangaben abweichen können. Beispielsweise wird in der aktualisierten Trinkwasserverordnung von 2012 häufiger der Begriff „unverzüglich“ verwendet, während im DVGW Arbeitsblatt W 551 aus dem Jahr 2004 noch andere Fristen aufgelistet sind. Auch kann z. B. ein Hygiene-Inspektor eines Gesundheitsamtes das Untersuchungsintervall bei Befall individuell festlegen. Durch unsere flächendeckende Präsenz können wir unseren Kunden auch bei der Kommunikation mit dem Gesundheitsamt kompetent unterstützen.