Die 4. Novellierung der Trinkwasserverordnung – eine Zusammenfassung

Mit dem 09.01.2018 ist die neue Trinkwasserverordnung (TrinkwV) in Kraft und ersetzt die bis dahin gültige Trinkwasserverordnung 2001. Pflichten sowohl der Betreiber von Trinkwasserinstallationen als auch der Untersuchungsstellen werden darin teilweise neu festgelegt. Vor allem Vermieter, Hotels, Industrie und öffentliche Einrichtungen sind nun in der Pflicht, die Verordnung umzusetzen, um allen Abnehmern des Trinkwassers eine Wassergüte zu sichern, die keimfrei und unbedenklich ist. Für eine neue Dynamik bezüglich der Maßnahmen bei einem Überschreiten der technischen Maßnahmewerte für Legionellen sorgt die neue Meldepflicht der Untersuchungsstellen (Labore), welche jetzt DIREKT an die zuständigen Gesundheitsämter anzeigen. Weitere sprachliche Formulierungen sorgen für rechtliche Klarstellungen.

Wir haben für Sie die wichtigsten Punkte der Trinkwasserverordnung zusammengefasst.
 

Allgemeine Anforderungen an Trinkwasser

Trinkwasser muss rein und genusstauglich sein. Es muss so beschaffen sein, dass durch seinen Genuss oder Gebrauch keine Schädigung der menschlichen Gesundheit durch Krankheitserreger ausgeht.
 

Wer ist von der Novellierung der Trinkwasserverordnung betroffen?

Alle Betreiber und Inhaber einer Trinkwasserinstallation, die als Großanlage zur Trinkwassererwärmung definiert ist und Trinkwasser in öffentlichen oder gewerblichen Zusammenhang abgibt sind betroffen. Eine Großanlage wird durch ein minimales Speichervolumen an Warmwasser von 400 l oder mehr als 3 l Leitungsvolumen definiert. Wichtig ist hier, dass es bei den Anlagen zu einer Vernebelung des Trinkwassers kommt (z.B. bei Duschen).
 

Die Pflichten für Betreiber

Es besteht eine Verpflichtung zur turnunsmäßigen Untersuchung des Trinkwassers auf Qualität und Verkeimung bzw. Gefährdung.

Häufigkeit der Untersuchungen

Die Untersuchung der Trinkwasseranlage muss jährlich erfolgen, ohne auffällige Befunde kann der Untersuchungsrhythmus durch das zuständige Gesundheitsamt auf drei Jahre erweitert werden. Öffentliche Einrichtungen müssen im Jahresrythmus beproben.

Wer führt die Untersuchung durch?

Nur akkreditierte Labore in Verbindung mit zertifizierten Probenehmern dürfen diese Untersuchungen vornehmen.

Was geschieht, wenn die Grenzwerte überschritten werden?

Eine der gravierendsten Änderungen der Trinkwasserverordnung ist, dass nunmehr die Untersuchungsstelle (Labor) eine Überschreitung der Grenzwerte direkt an das Gesundheitsamt anzeigt, mit Kopie an den Betreiber. Dadurch entsteht eine neue Dynamik in den gesetzlich geregelten folgenden Handlungsabläufen.
Gegenmaßnahmen sind sofort zu ergreifen, damit Personen kein Schaden entsteht. Die Trinkwasserverordnung schreibt die Erstellung einer Gefährdungsanalyse vor. Nach Durchführung von Maßnahmen ist eine Nachbeprobung notwendig. Das zuständige Gesundheitsamt kann eine Ausweitung der Beprobung anordnen. Nach Abschluss der Maßnahmen ist eine erneute Nachbeprobung nach drei Monaten vorgeschrieben.

Informationspflichten des Betreibers

Generell ist der Betreiber einer Großanlage verpflichtet, die Verbraucher mindestens jährlich über die Qualität des bereitgestellten Trinkwassers zu informieren.
Zusätzlich auf Verlangen besteht eine weitergehende Informationspflicht über das Ergebnis einer Gefährdungsanalyse und über mögliche Einschränkungen bei der Verwendung des Trinkwassers.

Es drohen hohe Strafen für den Betreiber, wenn Personen Schäden durch Legionellen o.ä. erleiden.