Empfehlungen des Umweltbundesamtes für die Durchführung einer Gefährdungsanalyse gemäß Trinkwasserverordnung – Auszug

Die Beachtung von Empfehlungen des Umweltbundesamtes sind vielfach in der Trinkwasserverordnung gefordert und richtet sich mit der Ausgabe vom Dezember 2012 in erster Linie an Betreiber einer Trinkwasserinstallation, bei der eine Legionellenkontamination vorliegt. Mit der Novellierung der Trinkwasserverordnung 2012 werden die Pflichten des Betreibers bei Überschreitung des technischen Maßnahmewertes für Legionellen festgelegt. Dabei ist gemäß § 16 Absatz 7 TrinkwV 2001 die Erstellung einer Gefährdungsanalyse obligatorisch.

Wir haben für Sie die wichtigsten Punkte der UBA-Empfehlung zusammengefasst.

Was ist eine Gefährdungsanalyse?

Eine Gefährdungsanalyse umfasst die systematische Ermittlung von Gefährdungen und Ereignissen in den Prozessen der Wasserversorgung. Im Rahmen der Gefährdungsanalyse sind mögliche Gefährdungen für den Normalbetrieb der Wasserversorgung zu identifizieren und Ereignisse, die zum konkreten Eintreten einer Gefährdung führen können, zu ermitteln.

Wesentliche Voraussetzung für eine Gefährdungsanalyse ist eine umfassend dokumentierte Ortsbegehung /-besichtigung der gesamten Trinkwasseranlage unter technischen und hygienischen Aspekten. Es wird empfohlen, diese Ortsbesichtigung als Inspektion durch hygienisch-technische Sachverständige durchführen zu lassen. Eine Gefährdungsanalyse soll dem Betreiber eine konkrete Feststellung der planerischen, bau- oder betriebstechnischen Mängel einer Anlage liefern sowie notwendige Abhilfemaßnahmen aufzeigen.

Grundlage der Gefährdungsanalyse sind die Anforderungen der Trinkwasserverordnung sowie die allgemein anerkannten Regeln der Technik, hier insbesondere das DVGW-Arbeitsblatt W 551, der DVGW-Hinweis W 1001 und die VDI/DVGW-Richtlinie 6023. Weitere Grundlagen werden in den Normenreihen DIN EN 806 6 ff und DIN 1988 7 ff beschrieben.

 

Wer führt eine Gefährdungsanalyse durch?

Soweit der Betreiber die Gefährdungsanalyse nicht eigenständig durchführen kann, kommen als Durchführende in den Bereichen Sanitärtechnik und Trinkwasserhygiene qualifizierte Unternehmen oder Personen in Betracht. Von einer ausreichenden Qualifikation kann dann ausgegangen werden, wenn die betreffende Person ein einschlägiges Studium oder eine entsprechende Berufsausbildung nachweisen kann und fortlaufende spezielle berufsbegleitende Fortbildungen eine weitere Vertiefung erkennen lassen (z. B. Fortbildung nach VDI/DVGW 6023 (Zertifikat, Kategorie A), Fachkunde Trinkwasserhygiene des Fachverbandes Sanitär Heizung Klima, DVGW-Fortbildungen zur Trinkwasserhygiene etc.).

Eine große Bedeutung bei der Durchführung einer Gefährdungsanalyse nimmt die Unabhängigkeit ein. Sie darf nicht abhängig von anderen Interessen erfolgen. Insbesondere muss eine Befangenheit vermieden werden. Diese ist dann zu vermuten, wenn Personen an der Planung, dem Bau oder Betrieb der Trinkwasser-Installation selbst beteiligt waren oder sind.

Mindestinhalte und Form der Gefährdungsanalyse

Die Ergebnisse der Gefährdungsanalyse sind in einer Niederschrift in Gutachtenform mit hinreichender Dokumentation der Ortsbesichtigung zu erstellen. Dabei sind mindestens die im DVGW-Arbeitsblatt W551 zugrunde gelegten technischen Regeln sowie die in den zugehörigen Kommentaren behandelten Themen und Inhalte abzuarbeiten und darzustellen:

  • Allgemeine Angaben zur Trinkwasser-Installation und Vorgeschichte des Objektes
  • Feststellung, ob die a.a.R.d.T. eingehalten werden und Auflistung von Mängeln
  • Gesamtbewertung der Ergebnisse und Befunde
  • Vorschläge für Sanierungsmaßnahmen und erweiterte Untersuchungen



Den kompletten Text der UBA-Empfehlung finden Sie hier:

» UBA-Empfehlung 12/2012